Carl Edzard, der letzte Fürst von Ostfriesland: War es doch Mord?

Kalte Buttermilch soll es gewesen sein, die zum Ende der fast 300 Jahre währenden Herrschaft der Cirksena über Ostfriesland führte. Danach verlangte es jedenfalls den letzten Fürsten, Carl Edzard, als er nach langem Fußmarsch am 16. Mai 1744 in seiner Sommerresidenz, dem Jagdschloss Wilhelminenholz in Sandhorst bei Aurich, ankam. Dort wartete bereits seine Frau Wilhelmine Sophie auf ihn, die vier Tage zuvor eine Fehlgeburt erlitten hatte. Die Hoffnung auf einen Thronfolger hatte sich damit für beide zerschlagen.

Nach diesem Besuch und dem Genuß der Buttermilch fühlte Carl Edzard sich nicht gut. Sein Zustand wurde nicht besser, anfangs wohl auch nicht ernst genommen. Was im Folgenden geschah, schildert ein Chronist so:

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Im Portrait: Joke Pouliart

Wieder steht ein Kopf im Mittelpunkt von Ostfriesland Reloaded: Diesesmal ist es Joke Pouliart, einer der bekanntesten Gesichter zum Thema Wattenmeer und Naturerlebnis in Ostfriesland. Das liegt nicht nur an seinem auffälligen Federhut in Regenbogenfarben, sondern sicher auch an der starken Fernsehpräsenz, die der Gründer und Inhaber des Wattwanderzentrum Ostfriesland in den letzten Jahren verbuchen konnte. Zudem wäre da noch seine ungemeine Energie zu nennen, wenn es darum geht, seine Leidenschaft für die Einzigartigkeit des Wattenmeers und dessen nachhaltigen Schutz weiterzugeben und möglichst viele mit diesem Virus zu infizieren. Sein Netzwerk ist „Im Portrait: Joke Pouliart“ weiterlesen

Hinterm Horizont geht’s weiter: Ein Mann und sein Weg zum »waddensea.travel« Kosmos

Der Name ist Programm. Zeigt er doch gleich, wo es langfristig hingehen soll. Denn das erklärte Ziel von Joke Pouliart, dem Gründer des Unternehmens und Inhaber der Domain waddensea.travel, war von Anfang an ein internationales Publikum. Das ließ jedenfalls auch die Ernennung des Wattenmeers zum UNESCO Weltnaturerbe 2009 erwarten. Nun, ganz so schnell ist es nicht gekommen, das internationale Publikum muss erst noch erobert werden. Die Konkurrenz ist groß mit Grand Canyon und Great Barrier Reef. Aber warum sollten nicht irgendwann, eines Tages, Reisegruppen aus dem Ausland das Wattenmeer besuchen wie auch wir ganz selbstverständlich die tiefe Schlucht in Arizona besichtigen oder in den Gewässern Australiens abtauchen. Gut, es ist noch ein weiter Weg bis dahin, aber unvorstellbar ist es nicht. „Hinterm Horizont geht’s weiter: Ein Mann und sein Weg zum »waddensea.travel« Kosmos“ weiterlesen

Joke Pouliart wurde am 12. Mai 1968 in Düsseldorf, im Sternzeichen Stier, geboren. Seine Familie mütterlicherseits stammt aus Belgien, geboren und zur Schule gegangen ist er aber eigentlich im Rheinland. Das Leben und die Liebe verschlugen ihn an die Nordsee – erst nach Leer, dann für fast zwanzig Jahre auf die Insel Langeoog, und nun sind auch schon wieder vier Jahre herum, seitdem er in Carolinensiel einen neuen Lebensabschnitt startete. Und eines ist sicher: Wo immer Joke Pouliart seine Zelte aufgeschlägt, bringt er sich ein und hinterlässt Spuren. War er eigentlich schon immer so umtriebig?

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Was gefällt Dir an Ostfriesland, Joke?

Ich liebe die Naturlandschaft der friesischen Küste, meine Liebe zu dieser Region ist gewissermaßen grenzenlos. Die schließt natürlich auch Ostfriesland mit ein, was mir seit mehr als zwanzig Jahren zur Heimat geworden ist.

Was nicht?

Das ist schwer zu sagen. Da muss ich noch ein wenig drüber nachdenken.

Was gefällt Dir speziell an Carolinensiel-Harlesiel?

Carolinensiel ist ein Ort, an dem man noch hautnah die alte Geschichte der Sielhäfen erleben kann, in den Museen, am alten Hafen mit den Plattbodenschiffen. Das gefällt mir sehr, auch die Offenheit der Menschen hier.

Was nicht?

Mir gefällt nicht, wenn zu kurzfristig gedacht wird. Wenn man Entscheidungen trifft, ohne sich über die langfristigen Konsequenzen im Klaren zu sein. Wenn man leichtfertig die Kostbarkeit, die einem in dieser einmaligen Natur am Wattenmeer umgibt, verspielt.

Gibt es zu wenig oder zu viele Touristen in Ostfriesland?

Es ist weniger eine Frage der Zahl, sondern eine Frage von Qualität. Viel Potential sehe ich in Gästen, die sich für die einmalige Kultur und Natur Ostfrieslands interessieren, die Wert auf Nachhaltigkeit beim Reisen legen, und für ein qualitativ hochwertiges Angebot auch bereit sind, etwas mehr zu bezahlen. Ein Massentourismus mit Billigreisen an die Küste kann auch aus ökologischen Gründen nicht die Antwort für die Zukunft sein.

Soll der Tourismus in Ostfriesland internationaler werden?

International ist ein weiter Begriff. Ich denke da eher an die europäischen Länder, nicht an den asiatischen Raum. Und ja, ich kann es mir gut vorstellen, Spanier, Italiener, Franzosen in meinem Wattwanderzentrum in Harlesiel zu begrüßen. Mit der Schweiz klappt es ja schon gut.

Wohin geht es eigentlich am liebsten, wenn der eigene Urlaub ansteht?

Ich bin froh, wenn ich im Urlaub Zeit für die Familie und meine Kinder habe. Da spielt es für mich eigentlich keine Rolle, wo es hin geht. 

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Vielen Dank für das Gespräch, Joke!

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Innenansichten: Vom Langeooger Wasserturm und seinem legendären Türmer

Diese Treppen kennt er nur zu gut. Seit 25 Jahren steigt Jonny Vestering sie von montags bis freitags zweimal hinauf. Morgens um zehn Uhr zum Öffnen der Fenster ganz oben im Ausguck und mittags wieder zum Schließen. Es handelt sich um die Wendeltreppe im Innern des Wasserturms von Langeoog, dem weithin strahlendem Wahrzeichen der Insel. Fast genauso beliebt und bekannt wie das hoch aufragende Monument auf den Kaapdünen ist sein Türmer, der hier seit 25 Jahren seinen Dienst tut. 25 Jahre, das sind ein Vierteljahrhundert jeden Tag vierhundert Stufen hinauf und hinunter, wenn man die Außentreppe zur hohen Düne mitrechnet. Kein Wunder, dass der Mann noch so fit ist. „Innenansichten: Vom Langeooger Wasserturm und seinem legendären Türmer“ weiterlesen

Im Portrait: Jonny Vestering

Die Köpfe Ostfrieslands stehen ab sofort im Vordergrund bei Ostfriesland Reloaded: Menschen, die die Region bewegen und beleben. Den Anfang der neuen Reihe macht Jonny Vestering, das Gesicht des Wasserturms von Langeoog. Er ist mindestens ebenso bekannt wie das Wahrzeichen der ostfriesischen Insel. Doch kaum einer weiß, wie es einmal anfing mit Jonny und dem Wasserturm. Was er vorher eigentlich gemacht hat und was er sonst so treibt, wenn er nicht gerade wieder Besuchern den Weg hinauf auf die Plattform mit der besten Aussicht weit und breit weist. „Im Portrait: Jonny Vestering“ weiterlesen

Jan-Gerhard alias „Jonny“ Vestering wurde am 26. Februar 1937 in Emden, im Sternzeichen Fische, geboren. Der Name Vestering ist Niederländisch. Im Alter von knapp zwei Jahren ging es bereits mit seinen Eltern nach Langeoog. Mehr als achtzig Jahre lebt er nun auf seiner Insel. Wie auch seine beiden Brüder, der eine drei, der andere neun Jahre jünger als er, mittlerweile auch gestandene Senioren in den Siebzigern. „Der Biografische Kasten“ weiterlesen

Was gefällt Dir an Ostfriesland, Jonny?

Mir gefällt an Ostfriesland, dass es so schön flach ist, dass man weit gucken kann. Berge sind nichts für mich. Ich bin durch den Sport sehr viel in Ostfriesland herum gekommen. Ich finde, dass die Menschen hier generell sehr nett und höflich sind. Außerdem gefallen mir die gepflegten Gärten überall sehr gut.

Was nicht?

Da fällt mir eigentlich nichts ein, was mir nicht gefallen würde.

Was gefällt Dir speziell an Langeoog?

An Langeoog gefällt mir der 14 Kilometer lange Strand, die 35 Kilometer langen Radfahrwege, die vielen Bänke zum Sitzen. Ich gehe gerne ins Erlebnisbad oder auch zur Mole am Hafen. Das ist mein Lieblingsort auf Langeoog: Da kann ich herrlich entspannen und den Kopf frei bekommen. Außerdem finde ich den Baustopp im Sommer gut.

Was nicht?

Das zu viel gebaut wird. Außerdem gibt es auf Langeoog mittlerweile zu viele Radfahrer, besonders in der Saison steigt die Unfallgefahr. Außerdem finde ich, dass die Eintrittspreise zu teuer sind für Insulaner. Es ist an zu wenigen Stellen erkennbar, das Langeoog „unsere Insel“ ist, auf der wir das ganze Jahr leben. Es gibt kaum Sonderkonditionen für Einheimische wie etwa die LangeoogCard für Touristen. Mir gefällt auch der Ausverkauf der Insel nicht: Langeooger Besitz geht eigentlich nur noch an Investoren und Menschen mit viel Geld. Das sind meistens Fremde, nicht von der Insel. Ein Mensch mit durchschnittlichem Einkommen kann sich die Immobilien- und Grundstückspreise auf Langeoog nicht mehr leisten. Dafür wird historischer Baubestand einfach so abgerissen, wie gerade das alte Feuerwehrhaus. Damit geht ein Stück Inselgeschichte für immer verloren. Mir hat das in der Seele wehgetan.

Gibt es zu wenig oder zu viele Touristen in Ostfriesland?

Eindeutig zu viel, jedenfalls auf Langeoog.

Soll der Tourismus in Ostfriesland internationaler werden?

Nein. Bloß nicht. Mir graut es bei der Vorstellung, knipsende Japaner mit Selfie-Sticks durch das Inseldorf streifen zu sehen. Ich will montags sehen, wer freitags kommt. Mir ist es wichtig, dass unsere Gemütlichkeit erhalten bleibt.

Wohin geht es eigentlich am liebsten, wenn der eigene Urlaub ansteht?

Hauptsache ans Wasser, das muss sein. Am liebsten fliegen meine Frau und ich nach Mallorca, da geht es auch im Februar wieder hin.

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