Schnaps vom Apotheker: Bödeker’s Magenbitter

Einst gab es ihn sogar auf Rezept: den hochprozentigen Klassiker für die leichte Verdauung. 33 Volumen Prozent steckt in der Flasche mit der goldenen Schutzkappe. Doch das Getränk ist weniger Spirituose, sondern „eher als Medizin zu sehen“. Das sagt einer, der es wissen muss: Denn Dr. Florian Penner ist seit 2014 Inhaber der traditionsreichen Löwen-Apotheke in Emden und damit im Besitz der 200 Jahre alten Geheimrezeptur für „Apotheker Bödeker’s Magenbitter“. „Schnaps vom Apotheker: Bödeker’s Magenbitter“ weiterlesen

Welcome to the Weltwunder: Fressen und gefressen werden im weiten Wattenmeer

„So schön wie das Mündungsdelta des Orinoco“, das hat mal jemand über die amphibische Landschaft zwischen Nordseeküste und Ostfriesischen Inseln geschrieben. 10.000 Quadratkilometer ist es groß, dieses weltweit einzigartige Gebilde, das sich entlang der niederländischen und deutschen Küste bis nach Dänemark zieht. 2009 ist es von der UNESCO zum Weltnaturerbe der Menschheit ernannt worden: das Wattenmeer. Das Watt ist jener Teil des Wattenmeeres, der im Wechsel der Gezeiten regelmäßig überflutet wird und wieder trockenfällt. Das Watt nimmt zwei Drittel des gesamten Wattenmeeres ein. „Welcome to the Weltwunder: Fressen und gefressen werden im weiten Wattenmeer“ weiterlesen

Stiftung Ökowerk Emden: Eine Ideenschmiede für die Welt

SalFar steht für „Saline Farming“ und ist der Name eines internationalen Projektes, das die EU ins Leben gerufen hat, um innovative und neue Methoden bei der landwirtschaftlichen Nutzung von salzhaltigen Böden zu entwickeln. An der Küste Ostfrieslands, direkt hinter einem hohen Deich an der Emsmündung, befindet sich eines der zehn europäischen SalFar-Forschungslabore. Denn das Ökowerk in Emden vertritt Deutschland in dem ambitionierten Programm zu dem sechs weitere Nordsee-Anrainerstaaten beitragen: Norwegen, Schweden, Dänemark, Holland, Belgien und Großbritannien sind auch mit dabei. Insgesamt arbeiten 14 sehr unterschiedliche Partner an der Untersuchung, darunter auch Universitäten für die akademische Begleitung. „Wir sind eine gute Kombination aus Denkern und Machern“, meint Detlef Stang, Geschäftsführer der Emder Stiftung und deutscher Projektleiter für SalFar. „Stiftung Ökowerk Emden: Eine Ideenschmiede für die Welt“ weiterlesen

Austernsammeln im Watt: Ostfriesische Noblesse

Französische Lebensart an der Nordsee: Denn frische Austern sammeln, das geht auch in Ostfriesland! Wenn die Winde günstig stehen, dann kullern sie einem manchmal direkt vor die Füße. So genau geschehen im Niedersächsischen Watt an einem warmen Spätsommertag. Wohin man schaut, überall liegen sie am Boden, verstreut über den schillernden Schlickteppich – da greift die Dame von Welt doch gleich beherzt zu. Man muss sie nur noch aufheben und schon hat man sie in der Hand, die Delikatesse der Meere. Da fragt sich der Gourmet unwillkürlich: Warum noch in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? „Austernsammeln im Watt: Ostfriesische Noblesse“ weiterlesen

Gut gefüttert, Norddeich! Den Seehunden geht es prächtig

Fünfundzwanzig Kilo müssen sie mindestens schwer sein, um wieder selbstständig in ihrem Revier, der Nordsee, zu leben und auf Nahrungssuche zu gehen. Das ist das Auswilderungsgewicht für alle Seehunde, die während des Sommers in der Seehundstation in Norddeich Kraft getankt haben. Mit viel fetter Milch und Fisch aufgezogen, geht es nun in die Freiheit, startet die schönste Seehund-Saison des Jahres. Die ersten Jungtiere sind schon Anfang August wieder in die freie Wildbahn entlassen worden, die anderen werden ihnen nach und nach in den geflochtenen Weidenkorben folgen. Nur Freude und kein bisschen Wehmut sieht man beim Abschied, vor allen Dingen bei den Pflegern, die sich im Schnitt 63 Tage lang um die hungrigen Jungtiere mit dem Silberfell gekümmert haben. „Gut gefüttert, Norddeich! Den Seehunden geht es prächtig“ weiterlesen

Atlantis in der Nordsee: Von Geburt und Untergang der Ostfriesischen Inseln

Eigentlich sind es ja insgesamt zwölf Inseln, die sich vor Ostfrieslands Küste aufreihen. Doch nur sieben davon sind durchgehend bewohnt und auch nur die werden zu den Ostfriesischen Inseln gezählt. Von West nach Ost wären das: Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge. Diese sind geologisch gesehen noch sehr jung und nichts anderes als flüchtige Gebilde aus Sand. Der hat sich nach und nach beim ewigen Hin- und Her des Wassers, den Gezeiten, auf einzelnen Wattsockeln abgelagert. Im Verlauf bildeten sich parallel zur Küste liegende Strandwälle, die dann von hoch spezialisierten Pionierpflanzen besiedelt und befestigt wurden. Aus dem Schwemmland entstanden Dünen, Salzwiesen, Pflanzendecken – und schließlich feste Inseln. „Atlantis in der Nordsee: Von Geburt und Untergang der Ostfriesischen Inseln“ weiterlesen

Ost nach West: Turmwanderung auf der Insel Wangerooge

Wangerooge ist eine Insel der Türme. Es gibt einen großen alten Leuchtturm in der Stadtmitte, dann noch einen riesigen neuen Leuchtturm, der sein Licht weit in die Deutsche Bucht hinaus strahlt, und einen kleinen Turm der früheren Marine-Signalstation am westlichen Ende der Strandpromenade. Draußen auf dem Meer kann man sogar noch den bekannten Leuchtturm Roter Sand und seinen Nachfolger Rote Weser oder beispielsweise das Leuchtfeuer Helgoland sehen.

Doch der Turm aller Türme auf Wangerooge ist der Westturm. Der massive Backsteinbau mit seinem markanten Kupferdach ist das Wahrzeichen der Insel, schon von „Ost nach West: Turmwanderung auf der Insel Wangerooge“ weiterlesen

Erfolg und Tragik einer Hymne: „Wor de Nordseewellen…“

Als die junge Frau die sehnsuchtsvollen Zeilen schrieb, lebte sie fernab ihrer Heimat seit fast zehn Jahren in Berlin. Dort in der Hauptstadt arbeitete sie als Redakteurin beim „Deutschen Familienblatt“, bevor sie mit ihrer Heirat 1905 ihren Beruf aufgab. Das war damals so üblich. So hatte sie aber mehr Zeit für ihre persönlichen Ambitionen als Schriftstellerin. Sie nahm erfolgreich an Berliner Literaturwettbewerben teil und veröffentlichte kleine Gedichtbände. Darunter 1907 mit dreißig Jahren auch ihre „Schelmenstücke. Plattdeutsche Gedichte“. Gleich das erste sollte Geschichte machen: „Mine Heimat“. „Erfolg und Tragik einer Hymne: „Wor de Nordseewellen…““ weiterlesen

Versteck in luftiger Höhe: Störtebekers Turm am Wasser

Im wehrhaften Turm einer ostfriesischen Kirche fand der berühmteste Seeräuber Deutschlands Zuflucht: Klaus Störtebeker. Fünf Jahre, bis zu seinem Tod 1401 in Hamburg, soll sich der Pirat in Marienhafe versteckt haben. Der Ort war Ende des 14. Jahrhunderts nach drei gewaltigen Sturmfluten noch direkt mit der Leybucht verbunden und bot damit Zugang zur offenen Nordsee. Seine flachgängigen Schiffe hat der Pirat angeblich direkt am mächtigen Backsteinbau der Marienkirche festgemacht, wenn er mal wieder in Ostfriesland Unterschlupf suchte.

Unzählige Legenden und Räubergeschichten ranken sich um Klaus Störtebeker und seine Mannen, die Vitalienbrüder. „Versteck in luftiger Höhe: Störtebekers Turm am Wasser“ weiterlesen