Ausgesprochen revolutionär: Ein Landerziehungsheim am Meer

Der neue Mensch sollte gesund, bewusst und selbst bestimmt leben. Er strebte raus aus der Stadt und hinein in die Natur. „Anders leben“ war die Devise zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Es war die radikale Antwort auf die Auswüchse der Industrialisierung, die auch in Deutschland an vielen Orten zu spüren waren. Die „Reformbewegung“ umfasste nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens. Dazu gehörte auch die Erziehung und Bildung des Nachwuchses. Viele Dinge, die damals erprobt wurden, haben heute Eingang in die pädagogische Praxis gefunden – wie Gruppenunterricht, Waldschulen, Berufsschulen, musische Erziehung -, doch zu ihrer Zeit waren sie revolutionär. „Ausgesprochen revolutionär: Ein Landerziehungsheim am Meer“ weiterlesen

Trinkfest im Nordwesten: Friesisch herb in Jever und auch sonst recht durstig

Im 18. und 19. Jahrhundert, noch vor dem Siegeszug des Tees, war das wichtigste Getränk der Ostfriesen Bier, das sich jeder zu Hause selber brauen oder aus einer der nahe gelegenen Kneipen holen konnte. Der beliebte Bierkonsum wurde von der Obrigkeit sogar gefördert um zu verhindern, dass immer mehr Geld durch den Import von Tee ins Ausland floss. Denn die Zutaten für Bier wurden in ausreichender Menge im eigenen Land angebaut. Allein im kleinen Oldersum soll es einst 140 Braustätten gegeben haben. Bier zu brauen und zu trinken hat also eine lange Tradition in Ostfriesland.

Heute ist der Nordwesten Deutschlands vor allem bekannt für sein Jever Pilsener, das friesisch herbe Bier, das wie kein anderes für Frische, Freiheit und „Sich-einfach-fallen-lassen“ steht. In der Kleinstadt bei Wilhelmshaven gehen jährlich Millionen Liter Bier durch riesige Abfüllanlagen hinaus in die ganze Welt. Weithin prägen die gigantischen Tanks und die Lettern Friesisches Brauhaus das Ortsbild in „Malzhattan“. Doch wie kommt das berühmte Jever in die hohen Tanks? Was steckt genau hinter der gläsernen Fassade? Ostfriesland Reloaded hat nachgeschaut und sich bei den Experten in Jever über das Bierbrauen schlau gemacht.

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Dunkles Bier und Spiele: Der Ostfriesen Bräu-Fünfkampf

Braukurs, Biertasting, Bierseminar – hier hat man hat die Qual der Wahl, wenn man sich in ein ostfriesisches Bierabenteuer stürzen will. Seit fast zwanzig Jahren betreibt René Krischer sein Ostfriesen Bräu in Bagband bei Leer und hat eine regelrechte Erlebniswelt um sein Landbier und seine Brauerei aufgebaut. Den meisten Spaß und ganz viel Action verspricht das Bierseminar. Das haben sich auch sechzehn Herren gedacht, die sich an einem Samstagnachmittag im September vor der historischen Landbrauerei versammeln und angetreten sind zur „Erlebnisreise durch die Geschichte des Bieres“, wie es in der Ankündigung heißt. Damit die Lehrstunde nicht zu trocken wird, startet das Seminar mit einem kräftigen Schluck vom original ostfriesischen Gerstensaft: „Angezapft ist. Prost!“ „Dunkles Bier und Spiele: Der Ostfriesen Bräu-Fünfkampf“ weiterlesen

Watt’n Bier: Von der Küste, frisch gebraut in kupfernen Kesseln

Mittwochs geht es im Brauhaus zu Werdum los, denn dann ist wie immer Kochtag. So nennen Brauer den Tag, an dem sie ihren Sud ansetzen und das Bier brauen. Die erste Küstenbrauerei Deutschlands befindet sich in Ostfriesland. Ganz in der Nähe der Deichlinie zwischen den idyllischen Sielorten Neuharlingersiel und Carolinensiel entsteht die regionale Spezialität – ein quasi maritimes Bier. Seit April 2000 wird hier nach alter Handwerkskunst gebraut. Markus Brodmann und Olav Männel heißen die beiden Brauer, die hier kräftig Hand an Hopfen und Hefe, Wasser und Malz legen. „Watt’n Bier: Von der Küste, frisch gebraut in kupfernen Kesseln“ weiterlesen

Schnaps vom Apotheker: Bödeker’s Magenbitter

Einst gab es ihn sogar auf Rezept: den hochprozentigen Klassiker für die leichte Verdauung. 33 Volumen Prozent steckt in der Flasche mit der goldenen Schutzkappe. Doch das Getränk ist weniger Spirituose, sondern „eher als Medizin zu sehen“. Das sagt einer, der es wissen muss: Denn Dr. Florian Penner ist seit 2014 Inhaber der traditionsreichen Löwen-Apotheke in Emden und damit im Besitz der 200 Jahre alten Geheimrezeptur für „Apotheker Bödeker’s Magenbitter“. „Schnaps vom Apotheker: Bödeker’s Magenbitter“ weiterlesen

Welcome to the Weltwunder: Fressen und gefressen werden im weiten Wattenmeer

„So schön wie das Mündungsdelta des Orinoco“, das hat mal jemand über die amphibische Landschaft zwischen Nordseeküste und Ostfriesischen Inseln geschrieben. 10.000 Quadratkilometer ist es groß, dieses weltweit einzigartige Gebilde, das sich entlang der niederländischen und deutschen Küste bis nach Dänemark zieht. 2009 ist es von der UNESCO zum Weltnaturerbe der Menschheit ernannt worden: das Wattenmeer. Das Watt ist jener Teil des Wattenmeeres, der im Wechsel der Gezeiten regelmäßig überflutet wird und wieder trockenfällt. Das Watt nimmt zwei Drittel des gesamten Wattenmeeres ein. „Welcome to the Weltwunder: Fressen und gefressen werden im weiten Wattenmeer“ weiterlesen

Stiftung Ökowerk Emden: Eine Ideenschmiede für die Welt

SalFar steht für „Saline Farming“ und ist der Name eines internationalen Projektes, das die EU ins Leben gerufen hat, um innovative und neue Methoden bei der landwirtschaftlichen Nutzung von salzhaltigen Böden zu entwickeln. An der Küste Ostfrieslands, direkt hinter einem hohen Deich an der Emsmündung, befindet sich eines der zehn europäischen SalFar-Forschungslabore. Denn das Ökowerk in Emden vertritt Deutschland in dem ambitionierten Programm zu dem sechs weitere Nordsee-Anrainerstaaten beitragen: Norwegen, Schweden, Dänemark, Holland, Belgien und Großbritannien sind auch mit dabei. Insgesamt arbeiten 14 sehr unterschiedliche Partner an der Untersuchung, darunter auch Universitäten für die akademische Begleitung. „Wir sind eine gute Kombination aus Denkern und Machern“, meint Detlef Stang, Geschäftsführer der Emder Stiftung und deutscher Projektleiter für SalFar. „Stiftung Ökowerk Emden: Eine Ideenschmiede für die Welt“ weiterlesen

Austernsammeln im Watt: Ostfriesische Noblesse

Französische Lebensart an der Nordsee: Denn frische Austern sammeln, das geht auch in Ostfriesland! Wenn die Winde günstig stehen, dann kullern sie einem manchmal direkt vor die Füße. So genau geschehen im Niedersächsischen Watt an einem warmen Spätsommertag. Wohin man schaut, überall liegen sie am Boden, verstreut über den schillernden Schlickteppich – da greift die Dame von Welt doch gleich beherzt zu. Man muss sie nur noch aufheben und schon hat man sie in der Hand, die Delikatesse der Meere. Da fragt sich der Gourmet unwillkürlich: Warum noch in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? „Austernsammeln im Watt: Ostfriesische Noblesse“ weiterlesen

Gut gefüttert, Norddeich! Den Seehunden geht es prächtig

Fünfundzwanzig Kilo müssen sie mindestens schwer sein, um wieder selbstständig in ihrem Revier, der Nordsee, zu leben und auf Nahrungssuche zu gehen. Das ist das Auswilderungsgewicht für alle Seehunde, die während des Sommers in der Seehundstation in Norddeich Kraft getankt haben. Mit viel fetter Milch und Fisch aufgezogen, geht es nun in die Freiheit, startet die schönste Seehund-Saison des Jahres. Die ersten Jungtiere sind schon Anfang August wieder in die freie Wildbahn entlassen worden, die anderen werden ihnen nach und nach in den geflochtenen Weidenkorben folgen. Nur Freude und kein bisschen Wehmut sieht man beim Abschied, vor allen Dingen bei den Pflegern, die sich im Schnitt 63 Tage lang um die hungrigen Jungtiere mit dem Silberfell gekümmert haben. „Gut gefüttert, Norddeich! Den Seehunden geht es prächtig“ weiterlesen