Von und nach Aurich: Wenn einer eine Reise tut

Das waren noch Zeiten, als Aurich mit frischen Bohnen um einen Urlaub in Ostfriesland warb: „Auricher Bohnen“- ein köstliches Essen zu jeder Jahreszeit“ hieß es im Nachkriegsjahr 1946. Das könnte auch heute noch als Slogan funktionieren, denn die lebendige Kreisstadt, mitten im Festland der ostfriesischen Halbinsel gelegen, wirbt aktuell als „Stadt im Grünen“ um ihre Besucher. Da würde sich regionale Küche mit grünem Gemüse doch gut in das frische Image des Auricher Tourismusmarketing einfügen.

Viele solche Kuriositäten aus der Zeit als der Tourismus Einzug ins flache Land hielt, als Reisen für immer breitere Bevölkerungsschichten möglich und die touristische Infrastruktur entsprechend ausgebaut wurde, hält „Von und nach Aurich: Wenn einer eine Reise tut“ weiterlesen

Einmalig: Mit der Postkutsche durch das Wattenmeer

Hilgenriedersiel ist heute ein stiller Fleck am Deich, mit grasenden Kühen und Schafen und dem einzigen Naturbadestrand an der gesamten Küste. Das war vor knapp 200 Jahren noch ganz anders, als landesweit ein einzigartiger Service für die ersten Touristen auf Norderney zur Verfügung stand: Mit der Postkutsche ging es mitten durchs Wattenmeer! Damals war der Sielort ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt auf dem Weg nach Norderney, hier tobte das Leben und das bunte Treiben der ankommenden und abfahrenden Gäste. „Einmalig: Mit der Postkutsche durch das Wattenmeer“ weiterlesen

Im Zweifelsfall tödlich: Trügerisches Wattenmeer

„Ich stehe hier auf einer Plat und muß ertrinken.“ Mit diesen wenigen Worten wurde er unsterblich. Tjark Evers aus Baltrum ist nur 21 Jahre alt geworden. Doch seine überaus bewegenden Zeilen, die er im Angesicht des nahenden Todes seiner Familie auf der heimatlichen Insel zum Abschied schrieb, währten weit über sein kurzes Leben hinaus. Sie rühren die Menschen bis heute. Wie gefährlich Nebel und schlechte Sicht im Wattenmeer werden können, davon zeugt sein unbarmherziges Schicksal, eine der tragischsten Geschichten Ostfrieslands, die historisch überliefert ist. Sie passierte vor gut 150 Jahren, am vierten Advent des Jahres 1866, direkt vor der Insel Baltrum. „Im Zweifelsfall tödlich: Trügerisches Wattenmeer“ weiterlesen

Das blaue Wunder von Jever: Drucken und Färben mit Indigo

Seit Kurzem ist er aufgenommen in die bundesdeutsche Liste des immateriellen Kulturerbes: der Blaudruck. Gerettet und am Leben gehalten wird das alte Handwerk auch hier an der Nordsee. Denn mit der „Blaudruckerei im Kattrepel“ findet sich im friesischen Jever einer der wenigen Orte in Deutschland, an denen man diese selten gewordene Kunst noch pflegt. Seit über dreißig Jahren hat hier Georg Stark seine Werkstatt, entdeckt und forscht unermüdlich zu dieser alten Kulturtechnik und setzt seine Erkenntnisse dann gerne in die Praxis um, in wunderbare Textilien aus Leinen, Baumwolle, Hanf, Samt und Seide.  „Das blaue Wunder von Jever: Drucken und Färben mit Indigo“ weiterlesen

Chinas Blau macht Mode: Friesische Fliesenkunst

Sie prägte über viele Jahrhunderte die Wohnkultur in Ostfriesland: die Delfter Fliese in Kobaltblau auf weißem Grund. Dabei wurde sie nie in Ostfriesland hergestellt, sondern war Importware aus den benachbarten Niederlanden. Wie schon zuvor in Holland, fanden auch die Ostfriesen schnell Geschmack an der neuen Mode, die im 17. Jahrhundert aus China an die Nordsee kam. Für alles Asiatische war das Interesse damals groß: Vor allen Dingen „Chinas Blau macht Mode: Friesische Fliesenkunst“ weiterlesen

Den Seehund im Visier: „Die seltsamste Jagd in Europa“

Täuschend echt sieht er aus, dieser Seehundskopf aus Holz. Wenn er auf dem Wasser schwimmt, ist er kaum noch zu unterscheiden von den lebenden Robben. Und schon war auch eine gefangen im Netz, das durch viele solcher geschnitzten Köpfe über Wasser gehalten wurde. Eine tödliche Falle für die neugierigen, aber auch scheuen Seehunde, die so ohne Argwohn angelockt wurden. Denn einmal im Maschenwerk verheddert, war „Den Seehund im Visier: „Die seltsamste Jagd in Europa““ weiterlesen

Burg Berum: Gartenidylle im ehemaligen Gefängnishof

Da, wo heute duftende Rosen vor malerischem Backstein üppig blühen, ging es noch vor hundert Jahren weitaus weniger romantisch zu: Denn hier zogen einst die Inhaftierten des Berumer Amtsgerichtes ihre Runden. Das hatte – bis es 1932 mit dem Amtsgericht in Norden verschmolz – seinen Sitz in der uralten Vorburg des Schlosses Berum. Hier wurden über viele Jahrhunderte hinweg „Burg Berum: Gartenidylle im ehemaligen Gefängnishof“ weiterlesen

Ostfriesland und Napoleon, Kaiser der goldenen Bienen

 

Es war nicht die Lilie, nein, es war eine Biene, die plötzlich in der Symbolik des Landes ganz oben stand: Unter Napoleon wurde sie zum Wappentier des neuen französischen Reiches und damit – wenn auch nur sehr kurz – ebenfalls zur zentralen tierischen Symbolfigur in Ostfriesland. „Ostfriesland und Napoleon, Kaiser der goldenen Bienen“ weiterlesen

David Fabricius: Lange im Schatten, jetzt ein leuchtender Stern am Astronomenhimmel

Noch heute erzählt man sich in seiner Heimat die Geschichte vom berühmten Gelehrten und Pastor, der mit den Größten seiner Zeit korrespondierte, spektakuläre Entdeckungen am Himmel machte und schließlich mit einem Torfspaten von einem Gemeindemitglied erschlagen wurde. Den hatte er in öffentlicher Predigt zuvor des Diebstahls einer Gans verdächtigt und damit anscheinend gehörig in Wallung gebracht. David Fabricius hätte es eigentlich besser wissen müssen. „David Fabricius: Lange im Schatten, jetzt ein leuchtender Stern am Astronomenhimmel“ weiterlesen