Jan-Gerhard alias „Jonny“ Vestering wurde am 26. Februar 1937 in Emden, im Sternzeichen Fische, geboren. Der Name Vestering ist Niederländisch. Im Alter von knapp zwei Jahren ging es bereits mit seinen Eltern nach Langeoog. Mehr als achtzig Jahre lebt er nun auf seiner Insel. Wie auch seine beiden Brüder, der eine drei, der andere neun Jahre jünger als er, mittlerweile auch gestandene Senioren in den Siebzigern. „Der Biografische Kasten“ weiterlesen
Schlagwort: Portrait
Was gefällt Dir an Ostfriesland, Jonny?
Mir gefällt an Ostfriesland, dass es so schön flach ist, dass man weit gucken kann. Berge sind nichts für mich. Ich bin durch den Sport sehr viel in Ostfriesland herum gekommen. Ich finde, dass die Menschen hier generell sehr nett und höflich sind. Außerdem gefallen mir die gepflegten Gärten überall sehr gut.
Was nicht?
Da fällt mir eigentlich nichts ein, was mir nicht gefallen würde.
Was gefällt Dir speziell an Langeoog?
An Langeoog gefällt mir der 14 Kilometer lange Strand, die 35 Kilometer langen Radfahrwege, die vielen Bänke zum Sitzen. Ich gehe gerne ins Erlebnisbad oder auch zur Mole am Hafen. Das ist mein Lieblingsort auf Langeoog: Da kann ich herrlich entspannen und den Kopf frei bekommen. Außerdem finde ich den Baustopp im Sommer gut.
Was nicht?
Das zu viel gebaut wird. Außerdem gibt es auf Langeoog mittlerweile zu viele Radfahrer, besonders in der Saison steigt die Unfallgefahr. Außerdem finde ich, dass die Eintrittspreise zu teuer sind für Insulaner. Es ist an zu wenigen Stellen erkennbar, das Langeoog „unsere Insel“ ist, auf der wir das ganze Jahr leben. Es gibt kaum Sonderkonditionen für Einheimische wie etwa die LangeoogCard für Touristen. Mir gefällt auch der Ausverkauf der Insel nicht: Langeooger Besitz geht eigentlich nur noch an Investoren und Menschen mit viel Geld. Das sind meistens Fremde, nicht von der Insel. Ein Mensch mit durchschnittlichem Einkommen kann sich die Immobilien- und Grundstückspreise auf Langeoog nicht mehr leisten. Dafür wird historischer Baubestand einfach so abgerissen, wie gerade das alte Feuerwehrhaus. Damit geht ein Stück Inselgeschichte für immer verloren. Mir hat das in der Seele wehgetan.
Gibt es zu wenig oder zu viele Touristen in Ostfriesland?
Eindeutig zu viel, jedenfalls auf Langeoog.
Soll der Tourismus in Ostfriesland internationaler werden?
Nein. Bloß nicht. Mir graut es bei der Vorstellung, knipsende Japaner mit Selfie-Sticks durch das Inseldorf streifen zu sehen. Ich will montags sehen, wer freitags kommt. Mir ist es wichtig, dass unsere Gemütlichkeit erhalten bleibt.
Wohin geht es eigentlich am liebsten, wenn der eigene Urlaub ansteht?
Hauptsache ans Wasser, das muss sein. Am liebsten fliegen meine Frau und ich nach Mallorca, da geht es auch im Februar wieder hin.
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Im Profil: „Strandspaziergang“ mit dem Solar-Rollstuhl
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Wältmeisterschaft, Wirtschaft und Wandel: Im Gespräch mit …
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Der Hype um die Heimat: Im Gespräch mit …
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