11.500 Quadratkilometer ist es groß, dieses weltweit einzigartige amphibische Gebilde, das sich rund 500 Kilometer entlang der niederländischen und deutschen Küste bis vor Dänemark zieht. 2009 ist es von der UNESCO zum Weltnaturerbe der Menschheit ernannt worden: das Wattenmeer. Zwar war der Nationalpark Wattenmeer durch deutsche Gesetzgebung schon lange geschützt, doch die internationale Auszeichnung adelte das Schwemmland im Norden Deutschlands und stellte es auf eine Stufe wie den Grand Canyon in Nordamerika oder das Great Barrier Reef in Australien. Seitdem heißt es im bis dahin eher zurückhaltenden ostfriesischen Tourismus-Marketing ganz weltmännisch „Welcome to the Wadden Sea World Heritage Site“. Nun sage keiner, Ostfriesland sei nicht vorbereitet auf internationale Besucher! „Visionäres vom Wattenmeer: Wenn Wattführer zu Marketingexperten werden“ weiterlesen
Schlagwort: Portrait
Im Zweifelsfall tödlich: Trügerisches Wattenmeer
„Ich stehe hier auf einer Plat und muß ertrinken.“ Mit diesen wenigen Worten wurde er unsterblich. Tjark Evers aus Baltrum ist nur 21 Jahre alt geworden. Doch seine überaus bewegenden Zeilen, die er im Angesicht des nahenden Todes seiner Familie auf der heimatlichen Insel zum Abschied schrieb, währten weit über sein kurzes Leben hinaus. Sie rühren die Menschen bis heute. Wie gefährlich Nebel und schlechte Sicht im Wattenmeer werden können, davon zeugt sein unbarmherziges Schicksal, eine der tragischsten Geschichten Ostfrieslands, die historisch überliefert ist. Sie passierte vor gut 150 Jahren, am vierten Advent des Jahres 1866, direkt vor der Insel Baltrum. „Im Zweifelsfall tödlich: Trügerisches Wattenmeer“ weiterlesen
Küstenfischerei: Die Bändigung maritimer und anderer Gewalten
Wer sich in den letzten Monaten beim Kauf ungepulter Nordseekrabben beinahe verschluckt hätte angesichts eines Preises von 15 Euro das Kilo, für den gibt es jetzt gute Nachrichten: Die Nordseegarnele ist wieder da! Seit letzter Woche kehren die Krabbenfischer wieder mit volleren Netzen in die Sielhäfen entlang der ostfriesischen Nordseeküste zurück. Es keimt ein wenig Hoffnung auf, dass 2017 vielleicht doch nicht so schlimm endet wie bisher befürchtet. Denn die aktuelle Fangsaison „Küstenfischerei: Die Bändigung maritimer und anderer Gewalten“ weiterlesen
World of Kites: Ein Drache, drei Disziplinen
Kites wohin man blickt: Drachen ziehen Surfer auf ihren Brettern in die Lüfte, sie treiben Buggys auf weißem Sandstrand zu atemberaubend schnellen Fahrten und sie bringen Skateboardfahrer zu akrobatischen Höchstleistungen. Kitesurfen dürfte vielen mittlerweile bekannt sein, fast jede Surfschule an der Nordseeküste und auf den Inseln hat diese Spielart des Wassersports im Programm. Seltener sind hingegen die Land- und Strandvarianten des Drachenantriebs, etwa das „World of Kites: Ein Drache, drei Disziplinen“ weiterlesen
Das blaue Wunder von Jever: Drucken und Färben mit Indigo
Seit Kurzem ist er aufgenommen in die bundesdeutsche Liste des immateriellen Kulturerbes: der Blaudruck. Gerettet und am Leben gehalten wird das alte Handwerk auch hier an der Nordsee. Denn mit der „Blaudruckerei im Kattrepel“ findet sich im friesischen Jever einer der wenigen Orte in Deutschland, an denen man diese selten gewordene Kunst noch pflegt. Seit über dreißig Jahren hat hier Georg Stark seine Werkstatt, entdeckt und forscht unermüdlich zu dieser alten Kulturtechnik und setzt seine Erkenntnisse dann gerne in die Praxis um, in wunderbare Textilien aus Leinen, Baumwolle, Hanf, Samt und Seide. „Das blaue Wunder von Jever: Drucken und Färben mit Indigo“ weiterlesen
David Fabricius: Lange im Schatten, jetzt ein leuchtender Stern am Astronomenhimmel
Noch heute erzählt man sich in seiner Heimat die Geschichte vom berühmten Gelehrten und Pastor, der mit den Größten seiner Zeit korrespondierte, spektakuläre Entdeckungen am Himmel machte und schließlich mit einem Torfspaten von einem Gemeindemitglied erschlagen wurde. Den hatte er in öffentlicher Predigt zuvor des Diebstahls einer Gans verdächtigt und damit anscheinend gehörig in Wallung gebracht. David Fabricius hätte es eigentlich besser wissen müssen. „David Fabricius: Lange im Schatten, jetzt ein leuchtender Stern am Astronomenhimmel“ weiterlesen
Sonne: Auf der Jagd nach den schwarzen Flecken
Als das Teleskop in den Niederlanden erfunden wurde, war das 1608 ein technologischer Meilenstein für die Astronomie. Ausgerechnet im feuchten Ostfriesland wurde mit dem neuen Instrument durch Johann Fabricius eine der größten Entdeckungen zur Sonne gemacht. Ein junger Mann von nur 24 Jahren, der am 27. Februar 1611 im ostfriesischen Osteel zum erstenmal in der Weltgeschichte Sonnenflecken beobachtete und dieses auch publizierte. Noch ihm gleichen Jahr veröffentlichte er seine Beobachtungen und gilt damit als ihr „wahrer Entdecker“. „Sonne: Auf der Jagd nach den schwarzen Flecken“ weiterlesen
Mord und Totschlag: Wo der Wolf schreibt, versammelt sich das Krimirudel
Am Gefährlichsten lebt es sich auf Baltrum. Auf der allerkleinsten der sieben Ostfriesischen Inseln geschehen die meisten Verbrechen. Jedenfalls, wenn man nach der Statistik des Leda Verlag aus Leer geht. Der ist spezialisiert auf Krimis aus dem Mordwesten und muss es schließlich wissen, welcher Fleck der Region geradezu nach einem Verbrechen schreit. „Mord und Totschlag: Wo der Wolf schreibt, versammelt sich das Krimirudel“ weiterlesen
Justizmord in Wittmund: Ein Graf macht schnellen Prozess
Er wurde mit dem Schwert enthauptet und nachts in aller Eile in Wittmund einfach verscharrt: Johann von Marenholz. Sein Fall ging als Justizmord in die ostfriesische Geschichte ein. Die Frauen waren sein Schicksal, so sah er es, als er im Alter von 34 Jahren zum Tode verurteilt wurde. Vor allen Dingen war es aber brutale und knallharte Machtpolitik, auf derem Altar der hochrangige Regierungsbeamte Ostfrieslands am 21. Juli 1651 geopfert wurde. Denn es ging um nichts weniger als die Herrschaft über Ostfriesland. „Justizmord in Wittmund: Ein Graf macht schnellen Prozess“ weiterlesen


